Waffenschmiede testet den Peugeot ION, Tag 1
Das Elektroauto im Alltagstest bei uns, der Peugeot ION.

Tag 1:

Vorige Woche habe ich durch Zufall gesehen, dass es in Graz Elektroautos zum Testen gibt.
Raiffeisen Leasing bietet das an. Gibt es auch für Privatpersonen und nicht nur für Firmen, sei dazugesagt.
Also schnell einen Mitsubishi Imiev gebucht. Eigentlich bis September ausgebucht, doch durch etwas Glück habe ich einen schon jetzt bekommen.
Naja Imiev ist es keiner geworden, sondern ein ION, ist aber alles das Gleiche.
Erwartungen an das Auto: Dass es fährt, und dass die Klima und Heizung geht. Mehr kann man nicht erwarten finde ich für ein Elektromobil der 1. Generation.
Abholung:
Das Auto heute um 9:00 bei AVIS geholt. Nach kurzem Papierkrieg, eine Erklärung des Mitarbeiters dort, er hat aber, als er meinen Blumerl Prius gesehen hat, gleich mal abgekürzt, weil ich im Großen und Ganze eh schon so was ähnliches fahre.
Der Mitarbeiter erwähnt dann noch ganz wichtig, alle elektrischen Verbraucher abschalten. Aha denke ich mir und sage schön brav jaja dazu.
Auf meine Frage, ob das Ladegerät nun wasserdicht sein, weil ich keine Garage habe, wußte auch der Mitarbeiter keine Antwort. Wir werden sehen.
So weit, so gut.
Also Schlüssel her, einsteigen und losfahren.
Was mich daran stört ist, dass es sich wie ein normales Auto bedient. Schlüssel reinstecken, man hat auch die gleichen "Zündungstufen" wie beim normalen PKW, und dann starten wie beim normalen Auto. READY blinkt dann, er piepst und los geht's.
Kilometerstand bei der Übergabe 4191km.
Restreichweite 135km.

Peugeot ION, an der Strippe zum Laden
Gut, auf den ersten Meter vorsichtig gewesen und der größte Unterschied zum Prius ist, dass der ION wirklich stark verzögert, wenn man vom Gas runter geht.
Ansonsten ist es, wie einen Prius fahren, beschleunigen und rollen lassen. Man kann auf N schalten, dann rollt der ION, was aber auf die Dauer keine Lösung ist.
Also mache ich es wie beim Prius, einfach ein wenig am Gaspedal bleiben. Das Wort Gaspedal mußte jetzt auch neu erfunden werden, weil es ja schon bei vielen Autos nur mehr ein Beschleunigungswunschpedal ist und den rest die Elektronik macht.
Nach einigen gefahrenen Kilometern, siehe da 140km Restreichweite. Naja ganz nach Vorbild der großen Autozeitschriften, gleich mal auf die Autobahn, weil für ein Stadtauto ja das Allerwichtigste ;)
Kurzer Blick, sogar eine Autobahnvignette drauf, super.
Also Kreisverkehr Webling rauf, selbstbewußt auf der linken Spur und pedal to the metal. Aha, es beschleunigt. Bei 100km/h mal eingependelt. Also es gibt Autos mit Benzinmotor die definitiv viel schlechter beschleunigen. Windgeräusche bei 100km/h wirklich kaum zu hören, Abrollgeräusche auch sehr sehr leise. Eigentlich recht angenehm.
Was mir schön langsam auffällt, die Sitzposition ist einfach gesagt schlecht.
Ich komme nicht weit genug mit dem Sitz zurück, das Lenkrad läßt sich nicht verstellen, der Gurt auch nicht und die Mittelkonsole drückt am Knie. Ok, nicht jammern, der Durchschnittseuropäer ist kleiner und net so ausgefressen...
Gut, dann Richtung Graz Ost, ja 100er ist aus und drauf auf das Fahrgastwunschpedal. Pfffffffffiiiiiiiiiii und bei 135km/h ist Schluss. Eigentlich recht stressfrei und auch komfortabel. Kleine Anektote, ein Smart wollte mich überholen. Naja ist nix geworden und der ION geht scheinbar 1km/h schneller in der Endgeschwindigkeit. Also wieder hinten eingereiht.
Kritik am Fahrwerk ist, dass auf den Betonplatten auf der Autobahn sich der ION anfängt auzuschaukeln und von Platte zu Platte hüpft. Auch bei 100km/h wird das Ganze nicht besser. Aber ok, die paar KM, die man auf der Autobahn zurücklegen kann, überlebt man auch mit diesem Fahrwerk.
Nun Graz Ost abfahren, Restweichweite 110km. Naja, das geht. Der Tank gut mehr als 3/4 Voll. Ich schätze, dass man wirklich 150km weit kommt.
Am Fahrkomfort gibt es in der Stadt nichts zu meckern, selbst die Schlaglochpisten in Graz steckt das Auto souverän weg. Ab und zu mal scheppert eine Verkleidung. Das wertigste Auto ist der ION nun nicht, aber dazu später mehr.
Daheim angekommen, gleich mal das Wichtigste gemacht, an die Steckdose mit dem Ding.
Habe auch mein Strommessgerät dazwischengehängt, hoffe dass es funktioniert, weil die Mastersteckdose zum Programmieren ist in meinem Prius eingebaut und der steht noch beim der Vermietfirma...
Was mich überrascht hat:
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Federungskomfort, außer auf der schlechten Betonautobahn, wirklich angenehm, sogar besser als beim Prius, ok meiner ist tiefergelegt
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dass es sich einfach bedienen läßt
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dass der Stromverbrauch auf den ersten Blick ganz passabel ist und die Restreichweitenanzeige so ca. stimmt
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Autobahnjahresvignette
Negative aufgefallen:
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Auto unzureichend gereinigt übergeben, dafür kann das Auto nix, aber die Vermietfirma
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keine Adapterkabel und Verlängerunsgkabel, um das Auto zu laden - Steht zwar in der Anleitung, man soll das nicht verwenden, aber ich muß ehrlich sagen, es wird im Alltag nicht ohne gehen.
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keine Liste mit Stromtankstellen in der Umgebung - Finde ich einen Witz, die wollen E Autos verleasen und machen sich keine Gedanken, wie man das Auto laden kann.
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keine Ausnahmegenehmigung für Grazer Blauen Zonen - Egal, auch wenn das Auto in Wien angemeldet ist, brauchen sie nur um die Ausnahmegenehmigung anzusuchen, damit man gratis Parken kann.
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Auto schlecht beklebt - An den Ecken lösen sich die Aufkleber ab. Schaut jetzt nicht so schön aus, und das Auto ist gerade mal 3 Monate alt.
Oben sind alles Punkte wofür das Auto nix kann, sondern die Leasing / Vermietfirma muß sich um so was kümmern.
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Am Auto negativ ist für mich die Sitzposition und dass man das Lenkrad und den Gurt nicht einstellen kann.
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Radio ein wenig undurchsichtig in der Bedienung, ich werde mir mal die Anleitung durchlesen.
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Sitzheizung gibt es nur fahrerseitig.
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Zu wenig Ablagen, bin wohl vom Prius verwöhnt.
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Fehlende Mittelarmlehen, aber wenn man es genau nimmt müßte man dazu den Beifahrersitz ausbauen.
Was ich jetzt schon vermisse sind die Lenkradtasten vom Prius. Im Allgemeinen stört es mich, dass sich der ION gleich bedient wie ein herkömmliches Auto. Das ist im Prius um Welten besser gelöst.
Man zahlt 35.000€ für einen Kleinstwagen, da erwarte ich mir innovative Lösungen oder war kein Geld mehr dafür übrig?
Ich werde mit dem ION gleich fahren wie mit meinem Prius, also Klima ist immer an, auch das Radio und auch nicht immer 100% sparsam.
Mehr über das Experiment Elektroauto gibt es dann später zum Nachlesen.

Schönwetterauto? Ob das Ladegerät wasserdicht ist wird sich zeigen, weder Anleitung noch Mitarbeiter konnten darüber Auskunft geben.

Der normale Ladeanschluss, für 220V. Ladedauer angeblich 6-9 Stunden, wir werden sehen.

Nix für die Freunde von breiter und tiefer, selbst meine Schubkarre hat breitere Reifen und der Prius dagegen richtige Walzen;
Aber wer sparen will, muß mit den schmalen Reifen vorlieb nehmen. Auch die Fahrzeughöhe ist eher die eines SUV und nicht die eines Stadtautos.
Mein Arbeitsplatz für die nächste Woche. Alle Grundbedürfnisse sind befriedigt, sogar eine Klimaanlage hat das Auto, das ist schon mehr als die meisten anderen Elektroautos bieten.
Der Schlüssel zum Glück? Naja über den Schlüsselanhänger kann man streiten, ich finde ihn einfallslos. Der Rest normale Grosserientechnik, also nix Neues.
Ein ganzer ION auf dem Foto. Klein und knuffig kommt er daher.
Die Rückansicht. Die Beklebung macht das Reversieren nicht leichter. Der ION ist zwar übersichtlich, aber bei einem Vorführer würde ich mir Vollausstattung wünschen, sprich auch einen Rückfahrwarner.


